Landwirtschaft und Natur.

Gut 85 Prozent der 83.850 km2 Gesamtfläche Österreichs werden für die Land- und Forstwirtschaft genutzt. Insbesondere in den Alpen und im Alpenvorland ist die Viehzucht und Milchwirtschaft vorherrschend, während in den nördlichen Flach- und Hügelländern, in Niederösterreich und im Burgenland der Ackerbau überwiegt.

 

Insgesamt gibt es circa 170.000 Bauernhöfe, von denen rund 100.000 Grünlandwirtschaft mit raufutterverzehrenden Tieren betreiben und die übrigen 70.000 Acker-, Gemüse-, Wein- und Obstanbau. In der Regel handelt es sich um kleine, von Einzelbauern geleitete Betriebe, die im Durchschnitt rund 70 ha Fläche bewirtschaften.

 

In Sachen ökologischer Landwirtschaft gilt die Alpenrepublik als Vorreiter- und Musterland. Die Zahl der Bio-Betriebe liegt bei 22.000 und ist mit einem Anteil von 17 Prozent an allen landwirtschaftlichen Unternehmen weltweit führend. Auch bei der Nutzung der gesamten Agrarfläche für die ökologische Produktion nimmt Österreich mit 19,5 Prozent weltweit hinter den Falkland-Inseln (36,3 Prozent) und Liechtenstein (31 Prozent) den dritten Platz ein, wobei in einigen Regionen der prozentuale Anteil sogar fast 50 Prozent erreicht.

 

Die Forcierung der Ökologie der kleinstrukturierten Landwirtschaft der Alpenrepublik geht unter anderem auf die Agrarpolitik des Landes zurück, die mit Bio-Aktionsprogrammen diese Entwicklung fördert. Sie ist aber auch dem Einsatz vieler Kleinbauern zu verdanken, die wie die Betreiber des FISCHERGUTs in St. Wolfgang aus Überzeugung eine naturnahe, umweltschonende und nachhaltige Agrarwirtschaft betreiben.

 

Die kleinteilige Struktur Österreichs unterscheidet sich deutlich von der überwiegend großflächigen Landwirtschaft anderer mitteleuropäischer Länder. In Deutschland beispielsweise, das der größte Milcherzeuger der Europäischen Union ist, gibt es 89.000 Bauernhöfe, die ausschließlich Kühe halten, und zwar in einer Gesamtanzahl von 4,2 Millionen. Insbesondere in den neuen Bundesländern finden sich Großbetriebe mit mehr als 300 Stalltieren, die nicht selten neben herkömmlichem Futter wie Gras oder Silage - ein durch Gärung haltbar gemachter Grasschnitt - auch Kraftfutter wie Raps- oder Sojaschrot erhalten.

 

Aber inzwischen hat auch hier - wie in vielen anderen Staaten - ein langsames Umdenken eingesetzt. In Schweden ist es bereits gesetzlich vorgeschrieben, die Tiere im Sommer im Freien weiden zu lassen; andere Länder bieten dafür finanzielle Anreize. Auch die Zahl der Bio-Betriebe und ökologisch bewirtschafteten Flächen nimmt permanent zu.

 

So betrug in Deutschland der Anteil der ökologischen Erzeugerbetriebe an der gesamten Landwirtschaft im Jahr 1996 1,3 Prozent und stieg bis 2013 auf 8,2 Prozent an. Auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat im selben Zeitraum einen Anstieg von 2,1 auf 6,4 Prozent zu verzeichnen, was allerdings im Vergleich zu den Zahlen Österreichs deutlich geringer ist.

 

Wie es in der Alpenrepublik schon lange üblich ist, gibt es auch in Deutschland immer mehr Betriebe, die ihre Bio-Produkte direktvermarkten und auch Urlaube auf dem Bauernhof anbieten, wenngleich es hier in mancherlei Hinsicht noch an übersichtlich organisierten Strukturen und Projekten fehlt. In Österreich dagegen haben sich mittlerweile 1.600 bäuerliche Direktvermarkter unter dem Label "Gutes vom Bauernhof" zusammengeschlossen, das für garantiert geprüfte Qualität steht und das auch die erlesene LAMM- und SCHAFSALAMI des FISCHERGUTs auszeichnet.

 

Ein Grund für den Trend zu mehr ökologischer Landwirtschaft ist in der weltweit gestiegenen Nachfrage der Konsumenten zu sehen, die sich infolge von Lebensmittelskandalen wie Gammelfleisch und einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein immer häufiger von der konventionellen Agrarindustrie abwenden. Darüber hinaus haben sicherlich auch Bilder von grausamer Massentierhaltung viele Menschen aufgeschreckt und zum Nachdenken über bewusstes und verantwortungsvolles Leben angehalten.

 

Hinzu kommt, dass inzwischen auch die Folgen der weltweiten Zerstörung der Natur durch rücksichtslose Geschäftemacher auf dem Landwirtschaftssektor sichtbar sind. Ein Beispiel dafür sind die Rodungen der Regenwälder in Südamerika, die Platz schaffen sollen für gigantische Soja-Monokulturen, aus denen Viehfutter für den Export zur Verfütterung an Kühe in Massentierhaltung hergestellt wird.

 

Umweltschäden wie der Rückgang der Artenvielfalt sind auch in unterschiedlichen Regionen Deutschlands festzustellen, wo die Stallhaltung dominiert und beweidetes oder mit unterschiedlichen Mähzeiten behandeltes Grünland schrumpft. Ferner konnte in Maisanbaugebieten, die Spezialnahrung für Hochleistungskühe herstellen, eine nitrathaltige Belastung des Grundwassers und Überdüngung von Seen infolge des Einsatzes von Pestiziden und anderer Mittel nachgewiesen werden.

 

An diesen Beispielen wird sichtbar, wie groß der Einfluss des Agrarsektors auf die Natur ist und dass er diese sowohl vernichten als auch erhalten kann. Und da die natürlichen Ressourcen nicht endlos ausgeschöpft werden können, kann eine intensive Landwirtschaft, die zur Leistungssteigerung von Tieren und Pflanzen auf extreme Methoden setzt, am Ende nur zum Scheitern verurteilt sein, während der extensiven Landwirtschaft, die ökologische Grundsätze verfolgt, eine immer größere Bedeutung zukommt.

 

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